Montag, 14. Mai 2012

Einkaufsverhalten - bio und logisch

Seit ca. 6 Wochen ernähre ich mich hauptsächlich biologisch.
Mit Beginn April hab ich mir ein Budgetlimit gesetzt, wieviel ich für Essen diesen Monat ausgeben möchte. Ende des Monats lag ich sogar 50 Euro darunter. Wie geht sowas und vor allem wie geht das alles bio?

Ganz einfach - und man muss nicht mal auf die zweifelhaften Bioprodukte von Supermärkten oder Discountern zugreifen. Ich kaufe 2 mal in der Woche ein. Montags und Freitags. Alle Einkäufe sind geplant, das heißt ich weiß genau was ich kaufen möchte, hin und wieder landet natürlich dann ein Extrastück im Korb aber in der Endsumme macht das nicht viel aus.

 

Einkauf für eine Woche


Montags kaufe ich im Bioladen ein. Dieser "Biosupermarkt" führt außer der eigenen Marke (Ein Zusammenschluss aus mehreren bäuerlichen Biolieferanten) auch große Biomarken. Diese sogenannten großen Marken kaufe ich nur wenns unbedingt sein muss, denn auch hier bin ich sehr skeptisch. Nur weil die verwendeten Lebensmittel unter biologischen Umständen gedeihen durften, ist das Produkt noch lange nicht gesünder und umweltfreundlicher. Ich versuche so viel wie möglich Regionalprodukte zu kaufen. Zur jetztigen Zeit wo es noch nicht so viel regionales Gemüse gibt, kaufe ich dort im Laden auch keines. Fast alles ist importiert aus Italien, Argentinnen, etc. Das ist für mich auch nicht sehr vertretbar.
Was ich kaufe ist Brot, Mehlspeise, Wasser (gibt es nur dort in einer Glas-Pfandflasche), Säfte, Mehl, Gemüse aus Österreich (im Moment noch nicht so viel) eventuell Milch, Joghurt oder Topfen, Sojaprodukte (vieles ist noch in Plastik, was mich stört). Wobei ich versuche die Milchprodukte wirklich einzuschränken. Ich kaufe dann mal ein Glas Sauerrahm mit dem ich wirklich auch länger auskomme. Meist halten sich diese Produkte auch 3-4 Tage über die Mindestverbrauchsdauer.

Was mir dann noch fehlt bestelle ich online über ein Bio-Netswerk. Zumeist kaufe ich dort Gemüse (saisonales direkt aus der Region bezogen und nicht einfach "nur" Österreich), Aufstriche, Tofu, Eier (von seltenen alten Hühnerrassen, diese werden nicht geschlachtet), Katzenfutter (aus einer Bioschlachterei, wird gefroren und portioniert, spart somit auch den Dosenmüll), Nudel (auch regional hergestellt), Bratöl (kann man in der Pfandflasche selber nachfüllen) und diverses. Diese Bestellung hole ich dann freitags ab.
Somit merkt man schon, der ganze Einkauf für die Woche muss geplant werden. Anfangs ist das etwas anstrengend aber man gewöhnt sich schnell daran und es ist auch viel logischer. Außerdem bin ich viel experimentierfreudiger geworden was Reste-Essen betrifft. Da wird halt einfach das übrige Gemüse der Woche in eine Pfanne geworfen, selbstgemachtes Fladenbrötchen dazu, fertig ist ein lecker schneller Imbiss.

Ohne Fleisch gehts auch 

 

Ich esse mittlerweile sehr wenig Fleisch und kaufe selber gar keines mehr. Es ist jetzt nicht so, dass ich mir gesagt habe, ich werde Vegetarierin es ergibt sich einfach. Ich möchte kein Fleisch mehr essen bei dem ich nicht weiß woher es kommt. Aber es gehört ja noch viel mehr dazu - denn vor allem das Ende des Tierlebens finde ich, ist entscheidend. Da kann noch so oft bio drauf stehen - wenn das Tier unwürdig getötet wurde steht das genauso wenig dafür.

Hürden

 

Nun gibt es aber auch für mich viele Hürden. Und da meine ich gar nicht das Geld. Denn wie schon oben erwähnt, es ist durchaus leistbar. Mein Einkauf richtet sich aber im Moment noch mehr nach mir - ich bin aber verheiratet, dh. wir sind ein 2 Personen Haushalt. Ich bin der Meinung mein Mann könnte sich auch noch davon ernähren (von der Menge her) er ist aber was das Thema Ernährung, Umwelt, etc. betrifft noch sehr uninteressiert. Er will Fleisch - viel Fleisch. Er will Bier, Cola, Chips, Fertiggerichte. All diese Sachen esse ich nicht mehr und kaufe ich daher auch nicht mehr. Das heißt, wenn er sie will muss er sie selber kaufen. So gesehen geben wir gemeinsam vermutlich doch mehr Geld aus - würde er seine Ernährung umstellen, wären hier definitiv Einsparungen möglich. Er isst zwar wenn ich koche mein Essen auch, aber wie es zB bei der Radieschensuppe war - für ihn ist das dann eine Vorspeise, er hat danach noch Hunger, weil er es nicht mehr gewohnt ist in richtigen Mengen zu Essen.

Eine weitere Hürde ist das Mittagessen. Ich hab das Privileg meine Mittagspause bei meinen Eltern verbringen zu können und dort kann ich auch zu Mittag essen. Hier spare ich sicher auch eine Menge Geld. Biologisch und vor allem nachhaltig sind die Speisen aber nicht. Ich versuche zwar hin und wieder meine Mutter aufzuklären aber recht viel Interesse kommt mir hier nicht entgegen. Ich könnte jetzt zu ihr sagen "Ich esse das Fleisch nicht, weil ich nicht weiß woher" aber dieser Diskussion gehe ich im Moment noch aus dem Weg. Man will halt auch nicht undankbar sein....
Tja. Leicht ist es nicht.

Aber ich merke schon persönliche Erfolge. Ich esse so viel Gemüse wie noch nie (noch dazu habe ich jetzt mit dem eigenen Anbau begonnen) und ich fühl mich einfach besser. Diese Heißhungerattacken bleiben einfach aus.

Nie wieder Supermarkt?


Noch nicht ganz. Ein bißchen Katzenfutter kaufe ich auch noch im Supermarkt, ich würde sagen Hälfte bio, die andere Hälfte (leider noch) industrielle Nahrung.
Geschirrspülmittel und Reiniger kaufe ich auch bereits über das Bionetswerk. Einzig das Toilettenpapier kaufe ich noch im Supermarkt. Ich würde also sagen mein Einkauf im Supermarkt - 1 mal im Monat und maximal 10 Euro. Schön langsam beginne ich auch bei den Hygieneartikeln eine Umstellung einzuleiten. Aber ich möchte mich nicht drängen - ich lasse mir dabei Zeit. Diese ganze Umstellung ist ein Prozess. Und manche Prozesse dauern eben, dafür soll es dann aber für immer sein.

Vor allem möchte ich viel mehr selber machen. Wie gesagt, das erste Gemüse ist schon angebaut, auch mit diversen alten Rezepten wie Wipferlsirup probiere ich schon rum. Ich möchte mehr Richtung Selbstversorgung, so gut es eben geht neben einem Fulltime job.


Wer sich für das Thema interessiert kann ich folgende Literatur empfehlen:
Arm aber bio von Rosa Wolff
Der große Bio Schmäh von Clemens G. Arvay
Die Ernährungsdiktatur von Tanja Busse

Die letzten beiden Bücher werde ich demnächst hier ausführlicher vorstellen.

Hier gehts zum Bioladen und hier zum Bio-Netswerk.

Wer wirklich wissen will was in konventioneller Ware so drinnen ist, sollte mal genauer hinsehen und sich Zeit für diese Website nehme: www.abgespeist.de
Spätestens dann ist nichts mehr wie vorher....

Kommentare:

  1. bin begeistert, wir müssen uns unbedingt bald wieder treffen und erfahrungen austauschen. bin ja auf wundersamer weise auf den selben "trip" wie du. ich habs halt a bissale leichter, da mein mann die selben ansichten teilt. übrigens ist er nun genauso begeistert von deinem blog wie ich, und hat ihn jetzt sogar unter seinen favoriten gespeichert! :-)
    bis bald, die manu vom gegenüberliegenden berg :-))

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  2. servus :-)
    das ehrt mich sehr, dass es euch hier so gefällt.
    irgendwie haben wir uns eh schon immer für das selbe interessiert - das überrascht mich natürlich gar nimma ;-)
    würd mich auch über ein baldiges wiedersehen freuen - dieses mal auf deinem berg

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