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Montag, 18. Juni 2012

Buchtipp: Der Geschmack von Apfelkernen



Der Geschmack von Apfelkernen

von Katharina Hagena


So, eigentlich wollte ich ja noch andere Bücher vorstellen und das hier war überhaupt nicht "geplant" aber da ich es nun schon zum zweiten mal mit einem großen Seufzer ausgelesen habe, muss ich hier mal drüber schreiben.

Kurzbeschreibung von amazon.de:

"Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Groß­mutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen - bewegend, herrlich komisch und klug. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon."

Dieser Text, wenn auch doch nicht ganz so "kurz", bringt es schon ziemlich auf den Punkt worum es geht. Für mich ist es aber auch vor allem ein sehr romantisches Buch - wobei ich doch immer dachte, dass diese Eigenschaft genau nicht auf mich zutreffe. Aber anscheinend ist es ganz anders - anscheinend bin ich durch und durch romantisch, nostalgisch und dramatisch.

Romantisch nicht in diesem kitschigen "ich liebe dich auf immer und ewig nur dich und du allein"-Sinne, sondern eben gefühlvoll, poetisch, aber auch irgendwie ländlich. Keine Ahnung, ob das irgendwie auch nur ein wenig Sinn macht für jemanden der das vielleicht liest.

Die ganze Geschichte von Iris, der Erzählerin, macht in jedem Fall Sinn. Ein durch und durch gefühlvolle und vor allem authentische Geschichte. Das Buch ist purer Sommer, man spürt die Sonne auf der Haut, riecht den Duft von Äpfeln, hört die Grillen zirpen.
Es geht um erinnern und vergessen und um wieder entdecken und um entwickeln. Was sich vor allem entwickelt ist eine Liebesgeschichte zwischen Iris und Max, dem Anwalt und einem alten Jugendfreund. Man spürt das Kribbeln das beide wohl durchfahren muss, als sie sich ineinander verlieben. Nicht kitschig, nicht dramatisch, sondern ehrlich.

Einen dieser perfekt beschriebenen Momente möchte ich kurz erwähnen:
"Obwohl er schon halb aus der Tür war, drehte er sich langsam zu mir um, hob das Kissen auf, zupfte es zurecht und lehnte sich an den Türrahmen. Das Kissen im Arm stand er da und sagte ncihts, und plötzlich hatte ich am ganzen Körper Gänsehaut."

Nun geht es um so viel in diesem Buch, so viele Geschichten werden erzählt, so viele Erinnerungen kommen wieder hoch, da würde man meinen das Buch wäre ein dicker Wälzer aber genau das Gegenteil ist der Fall. 255 Seiten im Taschenbuchformat. Ziemlich dünn, ich frag mich immer noch wie so viel da rein passen kann und es geht auch nicht zu schnell. Obwohl Iris gerade mal eine Woche im Haus ihrer verstorbenen Großmutter verbringt, kommt das was sich zwischen ihr und Max entwickelt nicht plump oder überrumpelt rüber.

Also, nicht nur für laue Sommernächte eine perfekte Lektüre zum abtauchen und ganz und gar fühlen.

Montag, 14. Mai 2012

Einkaufsverhalten - bio und logisch

Seit ca. 6 Wochen ernähre ich mich hauptsächlich biologisch.
Mit Beginn April hab ich mir ein Budgetlimit gesetzt, wieviel ich für Essen diesen Monat ausgeben möchte. Ende des Monats lag ich sogar 50 Euro darunter. Wie geht sowas und vor allem wie geht das alles bio?

Ganz einfach - und man muss nicht mal auf die zweifelhaften Bioprodukte von Supermärkten oder Discountern zugreifen. Ich kaufe 2 mal in der Woche ein. Montags und Freitags. Alle Einkäufe sind geplant, das heißt ich weiß genau was ich kaufen möchte, hin und wieder landet natürlich dann ein Extrastück im Korb aber in der Endsumme macht das nicht viel aus.

 

Einkauf für eine Woche


Montags kaufe ich im Bioladen ein. Dieser "Biosupermarkt" führt außer der eigenen Marke (Ein Zusammenschluss aus mehreren bäuerlichen Biolieferanten) auch große Biomarken. Diese sogenannten großen Marken kaufe ich nur wenns unbedingt sein muss, denn auch hier bin ich sehr skeptisch. Nur weil die verwendeten Lebensmittel unter biologischen Umständen gedeihen durften, ist das Produkt noch lange nicht gesünder und umweltfreundlicher. Ich versuche so viel wie möglich Regionalprodukte zu kaufen. Zur jetztigen Zeit wo es noch nicht so viel regionales Gemüse gibt, kaufe ich dort im Laden auch keines. Fast alles ist importiert aus Italien, Argentinnen, etc. Das ist für mich auch nicht sehr vertretbar.
Was ich kaufe ist Brot, Mehlspeise, Wasser (gibt es nur dort in einer Glas-Pfandflasche), Säfte, Mehl, Gemüse aus Österreich (im Moment noch nicht so viel) eventuell Milch, Joghurt oder Topfen, Sojaprodukte (vieles ist noch in Plastik, was mich stört). Wobei ich versuche die Milchprodukte wirklich einzuschränken. Ich kaufe dann mal ein Glas Sauerrahm mit dem ich wirklich auch länger auskomme. Meist halten sich diese Produkte auch 3-4 Tage über die Mindestverbrauchsdauer.

Was mir dann noch fehlt bestelle ich online über ein Bio-Netswerk. Zumeist kaufe ich dort Gemüse (saisonales direkt aus der Region bezogen und nicht einfach "nur" Österreich), Aufstriche, Tofu, Eier (von seltenen alten Hühnerrassen, diese werden nicht geschlachtet), Katzenfutter (aus einer Bioschlachterei, wird gefroren und portioniert, spart somit auch den Dosenmüll), Nudel (auch regional hergestellt), Bratöl (kann man in der Pfandflasche selber nachfüllen) und diverses. Diese Bestellung hole ich dann freitags ab.
Somit merkt man schon, der ganze Einkauf für die Woche muss geplant werden. Anfangs ist das etwas anstrengend aber man gewöhnt sich schnell daran und es ist auch viel logischer. Außerdem bin ich viel experimentierfreudiger geworden was Reste-Essen betrifft. Da wird halt einfach das übrige Gemüse der Woche in eine Pfanne geworfen, selbstgemachtes Fladenbrötchen dazu, fertig ist ein lecker schneller Imbiss.

Ohne Fleisch gehts auch 

 

Ich esse mittlerweile sehr wenig Fleisch und kaufe selber gar keines mehr. Es ist jetzt nicht so, dass ich mir gesagt habe, ich werde Vegetarierin es ergibt sich einfach. Ich möchte kein Fleisch mehr essen bei dem ich nicht weiß woher es kommt. Aber es gehört ja noch viel mehr dazu - denn vor allem das Ende des Tierlebens finde ich, ist entscheidend. Da kann noch so oft bio drauf stehen - wenn das Tier unwürdig getötet wurde steht das genauso wenig dafür.

Hürden

 

Nun gibt es aber auch für mich viele Hürden. Und da meine ich gar nicht das Geld. Denn wie schon oben erwähnt, es ist durchaus leistbar. Mein Einkauf richtet sich aber im Moment noch mehr nach mir - ich bin aber verheiratet, dh. wir sind ein 2 Personen Haushalt. Ich bin der Meinung mein Mann könnte sich auch noch davon ernähren (von der Menge her) er ist aber was das Thema Ernährung, Umwelt, etc. betrifft noch sehr uninteressiert. Er will Fleisch - viel Fleisch. Er will Bier, Cola, Chips, Fertiggerichte. All diese Sachen esse ich nicht mehr und kaufe ich daher auch nicht mehr. Das heißt, wenn er sie will muss er sie selber kaufen. So gesehen geben wir gemeinsam vermutlich doch mehr Geld aus - würde er seine Ernährung umstellen, wären hier definitiv Einsparungen möglich. Er isst zwar wenn ich koche mein Essen auch, aber wie es zB bei der Radieschensuppe war - für ihn ist das dann eine Vorspeise, er hat danach noch Hunger, weil er es nicht mehr gewohnt ist in richtigen Mengen zu Essen.

Eine weitere Hürde ist das Mittagessen. Ich hab das Privileg meine Mittagspause bei meinen Eltern verbringen zu können und dort kann ich auch zu Mittag essen. Hier spare ich sicher auch eine Menge Geld. Biologisch und vor allem nachhaltig sind die Speisen aber nicht. Ich versuche zwar hin und wieder meine Mutter aufzuklären aber recht viel Interesse kommt mir hier nicht entgegen. Ich könnte jetzt zu ihr sagen "Ich esse das Fleisch nicht, weil ich nicht weiß woher" aber dieser Diskussion gehe ich im Moment noch aus dem Weg. Man will halt auch nicht undankbar sein....
Tja. Leicht ist es nicht.

Aber ich merke schon persönliche Erfolge. Ich esse so viel Gemüse wie noch nie (noch dazu habe ich jetzt mit dem eigenen Anbau begonnen) und ich fühl mich einfach besser. Diese Heißhungerattacken bleiben einfach aus.

Nie wieder Supermarkt?


Noch nicht ganz. Ein bißchen Katzenfutter kaufe ich auch noch im Supermarkt, ich würde sagen Hälfte bio, die andere Hälfte (leider noch) industrielle Nahrung.
Geschirrspülmittel und Reiniger kaufe ich auch bereits über das Bionetswerk. Einzig das Toilettenpapier kaufe ich noch im Supermarkt. Ich würde also sagen mein Einkauf im Supermarkt - 1 mal im Monat und maximal 10 Euro. Schön langsam beginne ich auch bei den Hygieneartikeln eine Umstellung einzuleiten. Aber ich möchte mich nicht drängen - ich lasse mir dabei Zeit. Diese ganze Umstellung ist ein Prozess. Und manche Prozesse dauern eben, dafür soll es dann aber für immer sein.

Vor allem möchte ich viel mehr selber machen. Wie gesagt, das erste Gemüse ist schon angebaut, auch mit diversen alten Rezepten wie Wipferlsirup probiere ich schon rum. Ich möchte mehr Richtung Selbstversorgung, so gut es eben geht neben einem Fulltime job.


Wer sich für das Thema interessiert kann ich folgende Literatur empfehlen:
Arm aber bio von Rosa Wolff
Der große Bio Schmäh von Clemens G. Arvay
Die Ernährungsdiktatur von Tanja Busse

Die letzten beiden Bücher werde ich demnächst hier ausführlicher vorstellen.

Hier gehts zum Bioladen und hier zum Bio-Netswerk.

Wer wirklich wissen will was in konventioneller Ware so drinnen ist, sollte mal genauer hinsehen und sich Zeit für diese Website nehme: www.abgespeist.de
Spätestens dann ist nichts mehr wie vorher....

Sonntag, 8. April 2012

Neue Errungenschaften

Hab ich etwa sooo lang geschlafen?
Haben wir schon wieder Weihnachten?

Draußen ist alles weiß und es schneit weiter. Mal sehen wie lang, dass das wieder andauert. Aber gerechnet hab ich ja irgendwie damit. Es ist halt doch wieder ein typischer April. Seien wir froh ;-)

Eigentlich wollte ich ja ein bißchen sparen und mir nicht wieder neue Bücher zulegen, auch aus dem Grund, weil wir bald übergehen vor lauter Bücher. Ich weiß echt schon nicht mehr wohin damit.
Aber diesen Vorsatz hab ich letztens mal wieder über Board geworfen als ich beim Multikonzern Amazon gebummelt hab. Da kamen mir wieder viele interessante Bücher unter, die ich dann halt einfach haben musste. Ging nicht anders.
Jetzt hoff ich, dass sie vor meiner Abreise zum Betriebsausflug nach London kommen.

Meine neuen Errungenschaften sind:

Das neue Schwarzbuch Markenfirmen: Die Machenschaften der Weltkonzerne 

von Klaus Werner & Hans Weiss

(bestellen)
 Pressestimmen (aus der Amazon Beschreibung):
»Das Buch attackiert die Konzerne an ihrer empfindlichsten Stelle: ihrem Ruf!« Der Spiegel »Ein Sachbuch-Krimi!« Deutschlandradio Kultur 

Uns gehört die Welt!: Macht und Machenschaften der Multis

 von Klaus Werner Lobo

(bestellen)



Kurzbeschreibung von Amazon:

Die Globalisierung hat viele reich, doch die Mehrheit der Weltbevölkerung noch ärmer gemacht. Große Konzerne verfolgen vor allem ein Ziel: den maximalen Profit. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen, ethische Grundsätze und Umweltschutz werden dem viel zu häufig geopfert.
Warum das so ist, ergründet dieses Buch. Es zeigt zugleich, dass keiner von uns machtlos ist. Klaus Werner-Lobo erklärt die Zusammenhänge zwischen der Weltwirtschaft und unserem persönlichen Leben, die Ursachen für Armut, Kinderarbeit und Umweltzerstörung und zeigt, wie jeder Einzelne dem etwas entgegensetzen kann.
»Mein persönliches Buch des Jahres, vielleicht sogar Buch meines Lebens. Das Buch hat mein Leben völlig umgekrempelt!« Charlotte Roche


Der große Bio-Schmäh: Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen

 von Clemens Arvay


(bestellen)
Kurzbeschreibung von Amazon:
Biologische Lebensmittel liegen im Trend, die Umsätze steigen jährlich. Den größten Teil des Kuchens sichern sich in Österreich mittlerweile die Handelsmarken der großen Supermarktkonzerne wie REWE (Billa & Co.), SPAR und HOFER. Was steckt aber wirklich hinter deren Bio-Handelsmarken? Ausgehend von den vollmundigen Versprechen der Werbung macht sich der Agrarbiologe Clemens G. Arvay in Wallraff-Manier auf die Suche nach der Realität.
Anstatt auf idyllische Bio-Bauernhöfe und glückliche Schweinchen stößt er auf Tierfabriken, endlose Monokulturen und industrialisierte Landwirtschaft. Begleiten Sie den Autor auf seiner Reise durch den biologischen Massenmarkt und erleben Sie hautnah, was Sie nie hätten erfahren sollen, wenn es nach den Lebensmittelkonzernen ginge. Clemens G. Arvay zeigt aber auch echte Bio-Alternativen auf.

„An diesem Buch werden viele schwer zu schlucken haben, die sich ihr gutes Gewissen bequem im Supermarkt kaufen wollten. Für alle, die sich nicht täuschen lassen wollen, ist es eine unverzichtbare Informationsquelle.“
Klaus Werner-Lobo, Autor von „Schwarzbuch Markenfirmen“




Das letzte Buch ist mir schon öfter untergekommen, aber ich hatte immer den Titel falsch verstanden - wobei... er sagt ja eigentlich das aus was er meint. Ich müßte da jetzt vielleicht ins Detail gehen damits jeder versteht, aber ich glaub, das mach ich dann wenn ichs gelesen hab, in Form einer Rezension.

Also dann frohe Weihnachten.... äh... Ostern.

Montag, 2. April 2012

2 Bücher, eines hui... das andere.... naja.

Arm aber Bio! von Rosa Wolff. Edition Butterbrot.
Ja, ich werde des Themas nicht müde ;-)

Gestern ausgelesen, möcht ich heute ein bissal über dieses Buch erzählen. Es ist eher dünn (ca. 220 Seiten) aber gefüllt mit vielen Informationen, Rezepten und auch Lachern.
Rosa Wolff hat hier einen Erfahrungsbericht mit so viel Hingabe und Unterhaltung abgeliefert, dass es einen gar nicht mehr wundert, wenn man auf ihrer Seite arm-aber-bio.de liest, dass sie dazu selbst einen Verlag (nennt sich passender Weise "Edition Butterbrot") gegründet hat. Alles stammt aus ihrer Hand, die Fotos auf dem Titel, die Gestaltung und natürlich der Bericht.

Aber warum gehts?
Rosa startete einen Selbstversuch. Mit wenig Geld biologisch und gesund ernähren. Mit dem damaligen Hartz-IV Budget, dass für Essen vorgesehen war, versucht sie sich biologisch und gesund zu ernähren. Pro Tag standen ihr 4,35 Euro zur Verfügung.
Sie erzählt jeden Tag wie es ihr ergangen ist, beschreibt das Einkaufen, Planen und Kochen. Dazu gibt es immer eine Kostenaufstellung und auch meist Tips zB zur Lebensmittelaufbewahrung (meine Radieschen werden nun nie wieder schrumpeln).

Ich muss zugeben, anfangs war ich etwas besorgt, dass es langweilig werden könnte, immer zu lesen was ein Mensch einkauft, was er isst und dann diese Kostenabrechnung. Nach kurzer Einlesezeit aber waren diese Ängste in pure Unterhaltung verwandelt. Rosa bracht mich oft zum Schmunzeln und auch Lachen. Mit viel Herz und Charme erzählt sie Tagebuchartig ihre Erfahrungen. Sie gibt viele Tipps zum Kochen und zu Lebensmittelhandhabung sowie Aufbewahrung.

Während des Lesens wünschte ich mir, sie würde die Rezepte gleich dazugeben, es gibt ja ein seperates Rezeptebuch zum Thema, aber am Schluss hab ich s dann gesehen. Am Schluss des Buches gibt es noch viele Rezepte, wirklich einfache und teilweise wirklich Deppensichere. Sie erinnert uns an altbekannte aber schon wieder oft vergessene Leckerein (zB belegte Brote).

Also, wen das Thema interessiert, dieses Buch kann ich nur empfehlen.

Bei einem weiteren Buch, das ich gerade lese bin ich noch unschlüssig. Es ist nicht schlecht, also schon gut geschrieben aber es ist eben einfach nicht was ich erwartet hatte.
"Die kleine Aussteiger Fibel", so heißt es, von Andrè Meier.
Von A bis Z gibts sozusagen "Tipps" für Aussteiger. Aber ich finde, hier merkt man, dass ein Mann das Buch geschrieben hat. Soll nicht abwertend sein, aber man merkt es einfach. Es ist nicht so gefühlvoll wie "Landleben" von Hilal Sezgin.
Es ist sehr auf möchtegern-lustig geschrieben. Der Autor will unbedingt unterhalten und hat einen sehr ironischen, sarkastischen Ton. So wirklich tolle Tipps waren derweil noch nicht drin, ich bin aber erst bei "C". Ich hoffe, es wird noch besser. Wobei es ja grundsätzlich nicht schlecht ist - ich dachte ich erhalte hier wirklich Tipps für... keine Ahnung Grundstücksplanung, Garten, Tierhaltung, etc. Teilweise kommt das schon vor, aber der Ton ist so sarkastisch, dass ich teilweise dann unsicher bin, findet er das Landleben jetzt eigentlich gut oder nicht?

Mal sehen, ob ich das Buch wirklich zu Ende lese.
Die kleine Aussteiger Fibel. Landleben für Aussteiger von A bis Z. von Andrè Meier.


Samstag, 31. März 2012

Ei, Ei, Ei

Noch eine Woche auf Ostern - dann gehts wieder los mit der Vielfresserei.
Klingt etwas frustiert? Ja, das bin ich auch. Weil ich jetzt schon weiß, dass bei den großen Familienfeiern wieder Diskussionen aufkommen werden, wenn ich mich weigere etwas zu essen.

Warum immer diese großen Mengen an Essen?
Warum? Warum? Es geht doch um das zusammen sein - wenn man vom religiösen Hintergrund mal absieht, der ja der eigentliche Hauptgrund sein sollte aber irgendwie nie zur Sprache kommt. Da beginnt ja schon die ganze Heuchlerei.
Warum muss dann so ein rießen Wirbel ums Essen gemacht werden? Mittags: Vorspeise, großzügige Hauptspeise (natürlich von allem viel zu viel) und danach noch Nachspeise (obwohl einem da schon das Essen bis zum Hals wieder nach oben steht) und zu guter letzt natürlich abends die Jause.
Zum ich weiß nicht wievielten Male nehme ich mir vor dieser Lebensmittelverschwendung zu trotzen. Ja, es ist eine Verschwendung wenn man satt ist und trotzdem isst. Dieses mal schaffe ich es.

Seit dem letzten Jahr bin ich wieder um einiges schlauer geworden. Vor kurzem hab ich bereits das Buch "Landleben" vorgestellt. Es ist ein Tatsachen- bzw. Erfahrungsbericht von einer Städterin die aufs Land zieht. Aber es geht um viel mehr. Durch dieses Buch lernt man auch einiges über Lebensmittel, deren Verwendung und Entstehung. Ich habe zwar immer darauf geachtet Bio-Eier aus Freilandhaltung zu kaufen, aber nie habe ich den Konsum an sich in Frage gestellt.

Die Autorin bringt einem zum Nachdenken. Wenn ich es jetzt richtig im Gedächtnis habe ist sie Veganerin - und ich muss zugeben, diese Lebensart habe ich nie wirklich verstanden. Jetzt ist mir das um einiges klarer. Es geht nicht nur um die Artgerechte Haltung des Tieres, sondern auch um die Ausbeutung die beim Verzehr tierischer Produkte wie Ei, Milch, etc. stattfindet. Wieviel Milch es auf der Welt eigentlich braucht für die ganzen Käsen, Joghurts, Topfen, etc. Und eine Kuh gibt ja eigentlich nur Milch für ihre Kälber - davon erhalten die Kälber aber meist nichts.
Wieviele Kühe braucht es für diese Massen an Verzehr weltweit? Wieviele Acker und Felder müßte es dafür geben? Einerseits damit die Kühe ihr Leben darauf verbringen können andereseits für den Futteranbau. Wahnsinn, wenn man sich das mal vor Augen führt.

Das selbe ist es mit Eiern. Wir essen Eier ja nicht nur in ihrer ursprünglichen Form, sie werden überall verwendet, für Nudeln, Mehlspeisen, etc. Weltweit - wieviele Hühner muss es dafür geben? Wo sollen die alle leben? Es gibt zwar Richtlinien für Biohaltung, die sicher gerechter ist als Konventionelle aber ist sie wirklich artgerecht? Hühner leben eigentlich von Natur aus in Kleingruppen. Bei biologischer Haltung dürfen es maximal 140 Hühner pro Hektar sein (230 konventionell). Nun, ist 140 eine Kleingruppe?
Aus dem Buch "Landleben":
"(...) obwohl Bio, sind sie so stark auf Legeleistung gezüchtet, dass die männlichen Küken am Tag des Schlüpfens <entsorgt> werden müssen. Einmal im Jahr werden sie zum Schlachter gefahren, kopfüber in Elektrobäder, die nicht immer volle Wirkung zeigen, betäubt und dann auf Fließbändern weiter zum Schlachten gefahren. Doch bis dahin geht es immerhin halbwegs gut."

Was lernt man eigentlich heutzutage in der Schule? Anscheinend nichts über die sogenannten "Nutztiere", was ihre ursprüngliche Lebensart betrifft, die Herkunft unserer Lebensmittel, nichts. Sonst würde ich nicht alles erst JETZT lernen. Ich wußte nicht, dass Hühner eigentlich im Wald lebten. Ich schäme mich dafür, weil so grundliegende Dinge sollte man lernen. Das sollten auch unsere Kinder. Vielleicht heißt es wieder "für diese Grausamkeiten die in der konventionellen Landwirtschaft herschen sind sie zu jung" - Blödsinn. Keiner findet diese sogenannten Horrorgeschichten schön, das hätte ich nicht als Kind und tue ich auch nicht als Erwachsener und hätte ich damals als Kind früher bescheid gewusst, wäre jetzt schon alles viel eingespielter, müßte ich mir nicht erst jetzt so viel beibringen. Aber ich tue es gerne, soll jetzt nicht klingen als wäre mir das lästig. Ich finde, es sollte einfach zur Erziehung gehören.

In ihrem Buch "Landleben" schreibt Hilal Sezgin weiters:
"In der Nähe des Dorfes gibt es eine Hühnerfarm mit knapp 10 000 Legehennen, die in biologischer Freilandhaltung Eier produzieren. (...) Einige Jahre zuvor hatte ich für einen Zeitungsartikel die Produktion von Hühnern und Eiern recherchiert, das hatte mir genügt. Weil heutige Hühner so stark auf eine bestimme Leistung - die Produktion von Eiern oder Fleisch - gezüchtet sind, sind die männlichen Küken überflüssig und werden noch am Tag des Schlüpfens aussortiert, begast und durch einen Schredder gedreht. Ein Vegetarier sollte das mitbedenken, wenn er Eier isst."

Wären wir beim Thema Vegetarier. Ein Thema das mir Kopfzerbrechen bereitet. Ich liebe Schnitzel. Ganz dünn, fein paniert mit Preiselbeeren. Lecker. Aber immer öfter habe ich schon während des Essens ein schlechtes Gewissen. Bis jetzt wusste ich nie woher das Fleisch kommt. Wie heuchlerisch ist es also von mir so auf die Rechte der Tiere und den Wert von biologischem Essen, sowie umweltbewussten Lebens zu pochen?
Hier muss ich ehrlicherweise gleich anmerken, dass ich hier tippe während wir uns in der "Earth Hour" der Stunde als Zeichen für mehr Umweltbewusstsein befinden und sämtliche Stromgeräte für eine Stunde abdrehen (sollten). Schande über mich, aber man weiß eben nie wann die Kreativiät zuschlägt - dafür sitze ich hier im Dunklen. Ein kleiner Trost? Ein kleiner Beitrag. Ein zumindest kleines Zeichen.

Zurück zu den Eiern.
"Innerhalb weniger als einer Menschenlebenspanne hatte sich etwas, das wie ein natürlichhes menschliches Verhalten wirkte, in eine barbarische Industrie verkehrt.
Unser Fleisch-, Milch- und Eierkonsum entspricht nicht mehr dem eines Steinzeitmenschen oder des Nomaden in einer asiatischen Steppe oder einer mittelalterlichen Bäuerin oder nahöstlicher Ziegenhirten, die sich ein wenig von dem nahmen, was die Tiere gaben und was sie selbst benötigten. Heute nehmen wir ihnen alles." schreibt Hilal weiter.
Eier sind Luxus, aber werden immer verschwenderischer eingesetzt. In vielen Rezepten ist die Rede vom Dotter oder dem Eiklar das gebraucht wird - was macht man mit dem Rest? Davon steht nie was drin. Oder, dass es für das bestreichen von Backwaren hergenommen wird um das Produkt schön glänzend zu machen, das wird das Auge wohl verkraften oder?
"Viele Menschen halten das tägliche Frühstücksei, die Milch und die Hühnerbrust für selbstverständlich - wohingegen sie tatsächlich, wenn man an all die dafür verbrauchten Ressourcen denkt, Luxus sind."

Man möge mich jetzt bitte nicht falsch verstehen, ich möchte keine Finger-zeig-Aktion starten, denn ich selbst muss noch viel dazulernen aber vielleicht sind ja solche Blogposts hilfreiche Denkanstöße oder sie geben vielleicht erst Anlass mal darüber nachzudenken. Sich zu informieren.

Vielleicht denkt an Ostern dann noch jemand an die Hühner die das Ei gelegt haben.

Hilal Sezgin - Landleben. Von einer, die raus zog.
Dumont Verlag.
Vielleicht ein etwas anderes Ostergeschenk? :-)
  

Dienstag, 20. März 2012

Auf's Land ziehen

Zur Zeit beschäftigt mich ja das Thema "umziehen". Ironischerweise passen da gerade folgende Bücher gut zum Thema. Wobei ich selbst ja schon aufs Land gezogen bin. Eigentlich bin ich ja in der Stadt groß geworden, wir wohnten zwar nicht im Zentrum, aber es war ein normaler Gemeindebau - und ist es noch. Gott sei Dank umgeben von viel Grün. Aber es hat mich immer schon aufs Land gezogen. Irgendwas in mir drin wusste schon immer, nur dort werd ich glücklich.

Beim ersten Buch ist es eher umgekehrt, also die Autorin, um die es auch geht, ist Städterin und wollte es eigentlich bleiben. Nur aus Liebe zu ihrem Mann ist sie mit den drei Kindern aufs Land gezogen.

Judith O'Reilly - Stadt, Land - Schluss
Weit weg von zu Hause, drei kleine Kinder. Und der Ehemann nie da.

Beschreibung:
"Eine Frau zieht ans Ende der Welt
Judith O'Reilly liebt ihr Leben in London über alles. Nur eines liegt ihr noch mehr am Herzen: das Glück ihrer Familie. Deshalb folgt sie dem Traum ihres Mannes und zieht, hochschwanger mit dem dritten Kind, in ein Cottage in Northumberland - und lernt High Heels und Karriere durch Schafescheren und Gummistiefel zu ersetzen.
»Mein Mann war derjenige, der unbedingt auf dem Land leben wollte. Als ich meinen jüngsten Sohn fragte, was er davon hält, sagte er mit großen ängstlichen Augen: Ein Bär könnte mich fressen! Da gibt es keine Bären , beruhigte ich ihn, schaute aus dem Fenster in die Dunkelheit und hörte das Brummen «"


Eigentlich hatte ich das Buch schon vor ca. 2 Jahren begonnen zu lesen, hatte es aber dann schnell wieder aus der Hand gelegt. Ich war einfach entäuscht. Ich liebe das Land und Judith O'Reilly nörgelt von Anfang an. So schlimm, dass ich es nicht mehr aushielt. Ich war richtig sauer auf sie, dass sie so über das Landleben dachte.
Nun kam es aber so, dass ich letztens nichts mehr zu lesen hatte und ich aber unbedingt neuen Stoff brauchte - also zweiter Versuch. Und irgendwie klappte es dann.
Wenn man mal die ersten Seite überstanden hat und Judith sich so langsam eingewöhnt wird es sogar richtig unterhaltsam. Der Humor ist very british, versteht man vielleicht nicht immer oder zumindest nicht jeder. Aber ich fing an mich köstlich zu amüsieren.
Das Buch besteht eigentlich aus den Blog-Einträgen von Judith. Es ist somit kein Roman, sondern eine Sammlung an Blogposts. Was nicht störend ist, sondern in dem Fall eine gute Erzählweise. Man kann in Ruhe eintauchen und erlebt auch eine Entwicklung und vielleicht macht man selbst eine Erfahrung.
Meine Lehre aus diesem Buch - drei Kinder sind definitiv zu viel!

Da ich Gefallen an dem Thema gefunden hatte, hab ich mir nun ein Nachfolgerbuch besorgt.

 Landleben - Hilal Sezgin
von einer die raus zog

Früher war Hilal Sezgin eine Stubenhockerin: Großstadt, Bürojob, am Wochenende schlief sie gerne aus. Heute hat sie nicht nur gülleresistente Stiefel, sondern auch Schafe, Ziegen, Gänse, Hühner und Katzen. Und vor allem: ein Haus auf dem Land. Sie nimmt den Leser mit auf ihre ganz persönliche Reise ins Glück. Sie berichtet von den erhofften Vorzügen und den unerwarteten Problemen des Landlebens; angefangen bei der Suche nach dem perfekten Haus über den Bau von Stallungen und das Einmachen von Obst bis hin zur korrekten Tierhaltung. Dem Verzicht auf gewohnte Bequemlichkeiten steht eine neue Form von Selbstbestimmung gegenüber. Aus dem "Leben ohne" ist vor allem ein "Leben mit" geworden: "Ein Leben mit weitem Blick aus allen Fenstern, ein Leben mit den Jahreszeiten, ein Leben mit Tieren, ein Leben mit Schnee im Winter, Kuckucksrufen im Frühjahr, Faulenzen im eigenen Garten im Sommer und Pilzsammel- und Einkochorgien im Herbst." 

Bin schon sehr gespannt und werd sicher heute noch damit beginnen.

Dienstag, 26. April 2011

Hummeldumm, das Roman, ne






Klappentext:
9 Trottel mit albernen Sonnenhüten.
271 gar nicht mal so wild Tiere.
3877 Kilometer Schotterpiste im Minibus.
Und weit und breit kein Handynetz.


"Ich drückte meine Nase ans Busfenster und blickte hinaus ins weite Land. Die Namibier winkten uns und lachten. Klar lachten sie, sie waren ja frei. Wir nicht. Wir waren die in Blech gepackte Rache für die deutsche Kolonialzeit."

Nein, ich hab kein reines Bücherblog - aber im Moment bin ich so viel am Lesen und immer so tolle Bücher, da muss ich einfach a bissl drüber schreiben.

Hummeldumm ist mir ja schon öfter aufgefallen, nicht nur der Name, auch das Cover stechen aus der Masse hervor. Letztens hab ichs dann bei einem großen Büchereinkauf in der Buchhandlung meines Vertrauens mitgenommen. Ich brauchte ein paar lustige Bücher für meinen Paps, der Aufgrund einer Bandscheiben OP seit Wochen im Krankenstand war, und dringend eine Aufheiterung notwendig hatte. Tja... da er immer noch am ersten Buch "Mieses Karma" liest - und das seit nun 2 Monaten - hab ich mir mal Hummeldumm geschnappt. (drum wird Mieses Karma noch lange bei mir in der Warteschleife sein...)

Hauptfigur Matze ist mit seiner Freundin Sina auf einer Gruppenreise in Namibia. Was richtig spannendes erleben sie dort nicht, aber Matze, der vergessen hatte die wichtige Reservierungsgebühr für die neugekaufte Wohnung zu überweisen, hat ganz schönen Stress. Wie kommt man bitte im Nirgendwo an Internet, Handynetz oder überhaupt ein Telefon - so gut wie gar nicht. Aber gestehen will der Matze nicht, wie so viele Männer, deshalb wird er schon beim Start der Reise zu einen der Sonderlinge mit denen er die nächsten 2 Wochen verbringen muss. Der alte Seppelpeter mit seiner Videokamera, der schmierige Breitling und seine dumme Tussi Brenda, der Muskelprotz aber Langeweiler Kevin Schnabel, das schrullige und unlustige Wiener-Ehepaar Gruber, die tollpatschige Trixi aus der Schweiz und natürlich der Tourguide, ein waschechter Namibier... Bahee, ne. (Achtung Insider *g*)

Selten hab ich bei einem Buch so laut lachen müssen - was vor allem an den genial beschriebenen Dialogen lag. Ja, die Geschichte ist schon ein wenig vorhersehbar und es geht die ganze Zeit rein in den Bus, raus aus den Bus - aber das ist bei so einer Reise mal so. Besonders der Dialekt von Bahee wurde super getroffen, nur komisch, dass ich da eher Jorge von Germany's Next Topmodel vor mir sehe als einen Schwarzen.

Matze will Sina einfach nicht gestehen, dass er vergessen hat die Gebühr zu Überweisen, deshalb kommt es zu vielen Missverständnissen und Streiterein um Adapter und Handys (bei seinem ist natürlich der Akku leer). Die Reise selbst ist eigentlich gemütlich, die Vorkommnisse in der Gruppe dafür um so turbulenter.

"Unter den skeptischen Augen der frisch formierten Reisetruppe stapelte Bahee Taschen und Rucksäcke in den Kofferraum. Teilzeitrassist Max Breitling stand mit qualmender Kippe direkt daneben und beaufsichtigte das Ganze. "Sag mal, Chef, wie soll ich denn die Löwen sehen, wenn du die komplette Rückscheibe zustapelst!"
"Wenn da hinten ein Tier rumhupft, dann habt ihr doch vorne schon gesehen!" Augenzwinkernd packte Bahee meinen rosa Rucksack ganz obendrauf.
"Ich mach den mal an die Scheibe, ne, dann werde wir besser gesehen!" grinste er.
"Danke, sehr nett." (Kapitel 3)

Die Charaktere wirken so echt, so klischeehaft, aber so nachvollziehbar, man sieht sie direkt vor Augen und sie kommen einem teilweise sehr bekannt vor.

Interessant finde ich die mittelmäßige Bewertung bei Amazon - 3,5 Sterne von 5. Es scheint mal wieder ein Buch zu sein, das man liebt oder hasst. Ich fands vor allem lustig und unterhaltsam. Und trotz der skurilen und nervenaufreibenden Ereignisse, bekommt man doch Lust aufs Reisen, ne ;-)

Freitag, 22. April 2011

"Mein Leben, Meine Filme"

Was tut man, wenn man in eine wohlhabende Familie geboren wird, sogar im Krieg nie Hunger leiden musste, in der Welt herumgereist ist, Schwimm-Rekorde aufgestellt hat, und noch dazu intelligent und clever ist?
Man wird auch noch erfolgreicher Film-und Fernsehstar, zu einem der größten Kultphänomene und ist Mitbegründer eines neuen Filmgenres: den Hau-Drauf-Filmen.
Kurz, man ist: Bud Spencer.

Bud Spencer, brauch ich wohl niemanden vorstellen - hoffe ich. Zu seinen vielen Talenten und Erfolgen, darf er nun auch das Schreiben eines Bestsellers zählen. Denn Bud, oder in diesem Falle eigentlich Carlo Pedersoli, wie sein echter Name lautet, führt die Verkaufscharts von Amazon auf Platz 1 an und bereits die erste Auflage seiner Autobiografie ist vergriffen. Erst seit kurzem kann man diese wieder bestellen.

Ich war noch nie ein Fan von Biografien, hatte bis jetzt auch noch nie eine zu Ende gelesen. Sie waren einfach nie so persönlich, so "aus dem Bauch heraus" geschrieben. Viele Star-Geschichten beginnen ja mit einer schweren Kindheit oder mit einem Leben in Armut - wie die typischen Heldengeschichten eben beginnen, doch Bud bleibt ehrlich.

Er wuchs in einer wohlhabenden Familie auf, hüpfte von einer erfolgreichen Karriere zur nächsten, probierte vieles aus, bereiste viele Länder, und war eben auch Schwimm Olympiameister und stellte einige Rekorde auf. Von Anfang an erfährt man vieles aus seinem Leben, Hauptaugenmerk natürlich auf seine Filme. So kann man schon auch sagen, dass dieses Buch natürlich nur was für Fans ist, denn wer liest die Biografie von jemanden den er nicht mag? Ich glaube, das kommt eher selten vor.

Das Buch kommt einfach total locker rüber, was sicher auch an der tollen Übersetzung von Leo Schmidt liegt. Ich musste auch ein paar Mal so richtig herzhaft lachen, die Anekdoten sind einfach super. Man erfährt einiges an Hintergrundwissen zu den Filmen aber auch zu der Zeit als der Italo-Western groß raus kam.

Mit dem Italo-Western kam auch irgendwann der Spaghetti-Western. Aber alles hatte seine Zeit. Solche Filme wären heute einfach nicht mehr machbar. Alles wäre zu technisch perfekt, die Filme damals waren noch rauh und ehrlich. Aber wie schon damals alles ausgemerzt und ausgenutzt wurde, so ist es doch auch heute. Man denke nur an das neue Wir-verarschen-Teenie-Horrorfilme-Genre. Gibts von Scary Movie nicht schon fünf Teile?

Ich schweife ab - zurück zum Buch. Mir als Fan dient es nicht nur dazu, mehr über meinen Liebling zu erfahren, sondern es regt mich auch an über mein Leben nachzudenken. Was man von Bud lernen kann ist seine, wie er selbst sagt, "Scheiß drauf" Einstellung. Er macht die Dinge einfach, er grübelt und überlegt nicht lange. Er zweifelt nicht.
Mehrmals dachte ich mir während dem Lesen, 'Ich will auch nach Südamerika', 'Ich will auch hier und dort hinreisen' - ein Gedanken der mir in letzter Zeit immer vermehrter im Kopf rumspukt.

Man könnte auch meinen, Bud würde ein Loblied auf sich selbst (und Terence Hill) singen, was er vermutlich auch tut, aber das ist schon berechtigt. Natürlich übergeht er den Kinoflop "Die Troublemaker", aber er hat ja auch einen ganz anderen Bezug dazu. Wir wünschten uns alle einen neuen Bud/Terence Film aber die Zeit war einfach vorbei, für Bud ist es ein Familienwerk von Terence und dessen Sohn. Von daher konnte es ihm eher egal sein, wie gut der Film ankommt.
Aber er hängt schon sehr an seinem Publikum, er schreibt viel davon, und betont immer wieder, dass er ja eigentlich nie Schauspieler werden wollte und auch keiner ist, er spielt sich mehr oder weniger selber und nur alleine die Liebe des Publikums hielt sein Alter-Ego Bud Spencer am Leben. Fürs Publikum hatte er die Filme gemacht. Die Filme sollen uns unterhalten und zum lachen bringen und genau das hat er (mit Terence) erreicht.

Und genau so ist es mit seinem Buch, es ist Unterhaltung - aber in diesem Fall noch mehr. Es ist eine Hommage an das Leben. Bud hat sein Leben in vollen Zügen ausgekostet, er hat alles gemacht was er wollte, alles ausprobiert was ihn interessierte, sich nie darum geschert was andere sagen und er zeigt, dass man auch mit über 80 noch voll dabei sein kann.


Abschließend kann man daher nur sagen:

"Ich weiß, dass ich jetzt eigentlich zum Abschluss [...] den kommenden Generationen einen weisen Rat mit auf den Weg geben sollte, aber mir fällt nichts Besonderes ein, abgesehen von dem, was ihr schon wisst, aber was man ruhig noch mal betonen kann: Geht niemals gleich nach dem Essen baden und setzt keine Hunde aus! Alles Weitere überlasse ich euch, vorausgesetzt, ihr selbst übernehmt die Verantwortung dafür. Das Leben ist wie ein Film, dessen Anfang uns jemand erzählt hat, aber dessen Ende niemand kennt."

Bud Spencer - mein Leben, meine Filme - die Autobiographie

Dienstag, 12. April 2011

Liebe Isländer!


Liebe Isländer,
da habt ihr ja echt einen genialen Autor - Huldar Breidfjörd hat mich mit diesem Roman echt begeistert.

Wiedermal zufällig entdeckt, machte mich schon alleine der Titel neugierig. So simpel. So kurz. Ich bin mal so faul und gebe ich hier einfach den Klappentext an:

"Mitten im tiefsten Winter beschließt ein 25-jähriger Mann aus Reykjavík, seinem Leben eine neue Richtung zu geben: Weil ihm der monotone Alltag des coolen Lebens in der Hauptstadt über ist, und er es satthat, zwischen Arbeit, Bar und Spirituosengeschäft zu pendeln, kauft er sich einen alten Lappländer-Jeep und das nötige Überlebensequipment und macht sich auf eine zweimonatige Reise durch das eisklirrende Island. Er will seine Heimat und dessen Einwohner kennenlernen und zugleich mehr über sich selbst erfahren. Im Uhrzeigersinn begibt er sich auf seine Tour durch dieses an Wundern volle Land, die ihn an die entlegensten Orte führt und mitten hinein in die isländische Seele." 

Mir ging und geht es auch oft so wie Huldar. Der Alltag frisst einen auf und irgendwann will man einfach nur weg - aber wohin? Warum nicht mal echt was riskieren - und das eigene Land bereisen? Das dachte ich mir auch schon oft. Bevor man andere Kulturen kennenlernt, sollte man wohl vor allem mal seine eigene so richtig erleben.

Einerseits könnnte man sagen - es passiert jetzt nicht viel in diesem Roman, wobei, das wäre auch wieder falsch. Der reist schließlich durch ein Land, trifft auf unterschiedliche Menschen, hat vor allem mit den schlechten Straßenverhältnissen zu kämpfen und das völlig alleine - das ist viel Erfahrung für einen Menschen aber jemand der Action oder große Ereignisse sucht ist bei diesem Roman wohl falsch.
Aber für mich macht es gerade das so interessant. Ich liebe ja Bücher die Geschichten von Dorfbewohnern und einsamen Landschaft erzählen - und dafür ist es genau richtig.
Auch erkenne ich mich teilweise selbst in seinen Erlebnissen mit dem Auto im tiefsten Winter - ich habe ja auch mit manch interessanten Bergstraßen zu kämpfen, wobei die gegen Island wohl nur ein Klacks sein können... nee noch kleiner, ein Klacksi, Klackserl....

Viele Bücher warten gerade darauf von mir verschlungen zu werden, im Moment kommen mir einfach so viele interessante Stücke unter - deshalb wird sich hier auch mehr in diese Richtung tun. In der Sidebar rechts hab ich daher auch immer einen aktuellen Status was das Lesen betrifft integriert.

Für alle Norden-Fans kann ich dieses Buch nur wärmstens (und warm ist es in Island nun gar nicht) empfehlen.

Alles Liebe,

Dienstag, 15. März 2011

Buchtipp: Dienstags bei Morrie

Inhalt laut Wikipedia:
"Mitch Albom ist ein erfolgreicher Sportjournalist und hat seine Collegejahre weit hinter sich gelassen, als er ein Fernsehinterview seines ehemaligen Soziologieprofessors und Mentors Morrie Schwartz sieht. Er erfährt dabei, dass Morrie an der tödlichen Krankheit ALS erkrankt ist. Als er erkennt, dass sein alter Freund nicht mehr lange zu leben hat, beschließt er, ihn zu besuchen. Er reist jeden Dienstag von Detroit nach Newton, bis Schwartz stirbt. Bei jedem Treffen lernt er Schwartz' einfache Lektionen für ein glückliches Leben, welche er für das Buch dokumentiert."

Ein wahrhaft traumhaftes Buch über das Leben und über die Magie positiven Denkens. Ich hab das Buch zufällig in der Buchhandlung meines Vertrauens entdeckt und musste es einfach kaufen. Das mach ich oft, vor allem bei CDs, ja, ich lasse mich da sehr von der äußerlichen Hülle, des Umschlages oder des CD Covers, beeinflussen. Aber was solls - es funktioniert. Fast immer.

Ich lese gerade noch an dem Buch, aber es gehört jetzt schon zu meinen Lieblingen. Was bei Coelho manchmal "erzwungen" wirkt, kommt von Morrie ganz natürlich rüber. Der alte Mann steckt trotz seiner schlimmen Krankheit voller Lebensfreude. Davon können wir uns alle ein oder zwei Scheibchen abschneiden.

Ganz interessant fand ich Morries Denkanstoß was Beerdigungen betrifft. Da er weiß, dass ihm seine bevorsteht, fände er es schade, dass diese erst nach seinem Tod abgehalten werden sollte - was hätte er denn davon? Er hätte gar nichts von einer schönen Zeremonie - also veranstaltete er eine lebende Beerdigung um all die schönen Anekdoten und Erzählungen zu hören.

Eben hab ich auch gelesen, dass es bereits eine Verfilmung - mit Jack Lemmon - gibt. Muss ich mir auch mal ansehen.

Hier noch Zitate:

"Die Kultur in der wir leben ist nicht dafür geeignet, daß die Menschen sich mit sich selbst wohl fühlen. Und man muß stark genug sein um zu sagen: Wenn die Kultur nicht funkioniert, dann paß dich ihr nicht an. schaff dir deine eigene."

"Mitch du hast mich gefragt, wieso mir Menschen am Herzen liegen, die ich noch nicht einmal kenne. Aber soll ich dir mal sagen, was das wichtigste ist, das ich aus dieser Krankheit lerne?" "Und das wäre?" "Das Wichtigste im Leben ist zu lernen, wie man Liebe gibt und wie man sie in sich selbst hereinläßt." Seine Stimme sank zu einem Flüstern. "Laß sie rein." 

Sonntag, 19. Dezember 2010

Jeanne D'Arc Living



Hui... so schnell vergeht eine Woche im Bloggerland... ist es wirklich schon wieder so lange her, dass ich gepostet habe? Wahnsinn.
Die letzten Tage waren ziemlich stressig, ich hatte noch ein paar Shootings, außerdem mussten alle Fotos fertig werden zum Bestellen, damit wir sie noch rechtzeitig vor Weihnachten erhalten. Ab jetzt heißt es nur noch warten und Alben kleben und fertig machen.
Gestern hatte ich dann auch die letzte Hochzeit für dieses Jahr. Eigentlich dachte ich ja im Oktober, einen Tag nach meinem Geburtstag, dass es das gewesen ist, aber es kam noch eine dazu. Und zwar eine ganz Besondere.
Ein alter Schulfreund von mir hat geheiratet. Seine Frau ist aus Korea und die beiden waren (sind) einfach ein so hübsches Paar. Ein krönender Abschluss für diese Saison sozusagen. Vor allem ihr Kleid ist eines der Highlights dieses Hochzeitsjahres. Es war megapompös, soll heißen sie hat ausgesehen wie eine Prinzessin - einfach traumhaft. Sehr viel Tüll, laaaange Schleppe und langer Schal. Aufgrund der Kälte haben wir die Fotos bei uns Indoor im Studio gemacht und die Bilder sind traumhaft geworden. Normalerweise bin ich ja eher für draußen und Natur - aber es hat echt funktioniert, vor allem weil wir ein super Studio haben, das ein wunderschön Raum an sich ist. Leider kann ich noch nichts herzeigen, aber mal schauen, bald kann ich Euch sicher ein bißchen was von meiner Arbeit zeigen. Wer sich generell für unser Studio interessiert.... HIER ist der Link. Ihr findet uns auch auf Facebook, wo wir in Zukunft mehr von unseren Arbeiten präsentieren werden (es fehlt nur an der Zeit... *ggg*).

Diese Woche hab ich mir auch wieder selbst ein Geschenk gemacht - in all dem Stress, hab ich mir das verdient ;-)
Zwei Ausgaben des Jeanne D'Arc Living Magazin sind angekommen. Meine ersten und ich bin hin und weg. Vor allem, dass das Gesamtpaket stimmt, hat mich beeindruckt. Die Bilder, die Texte, die Gestaltung, etc. kombiniert mit tollem mattem Papier. So etwas liebe ich! Meiner Meinung nach sind das ja schon fast Bücher, man kann nämlich Stunden damit verbringen.

Wünsche Euch einen noch gemütlichen Sonntag,
alles Liebe,


Sonntag, 12. Dezember 2010

3. Advent - Kollektion Mittsommerland





Einen schönen dritten Advent!!

Bei meinem letzten Weihnachtseinkauf hatte ich auch was für mich entdeckt: Die Kollektion Mittsommerland. Ich hab diese im Buchhandel gekauft aber es gibt sie auch <hier>.
Die Kollektion besteht aus acht kleinen Büchlein, wobei eines ein Vorlagen Buch ist. Der Inhalt ist jetzt nicht übermäßig und ich muss auch zugeben die knapp 25 Euro etwas teuer dafür, aber es schaut einfach so hübsch im Regal aus und es sind wirklich einige inspirierende Ideen dabei. Die Bücher behandeln die Themen: Tischdeko, Applizieren, Sticken, Collagen, Fundstücke, Stricken und Nähen. Es ist als Geschenk perfekt geeignet - ob an sich selbst oder für jemand anderen ;-)

Genießt den Sonntag,
liebe Grüße,