Montag, 18. Februar 2013

40 Tage Fasten ... oder so ähnlich

Fasten? Naja. So etwas ähnliches.

40 Tage ohne Fleisch. Hauptsächlich bio.
Ok, eigentlich nicht so schwierig, bin kein großer Fleischesser und der Großteil meiner Lebensmittel sind bio.

40 Tage ohne Süßigkeiten - nicht ohne Zucker, aber Süßigkeiten reduziert.
Hm, das könnte etwas schwieriger werden. Ich bin definitiv eine Süße. Eis, Schokolade, usw. mag ich alles sehr gern.

Ein gutes Frühstück, eine Hauptmahlzeit, kleine Nebenmahlzeiten. Eigentlich sollte das ja eh so sein. Eigentlich.

Aber warum wieso weshalb das alles?

Am Aschermittwoch fängt ja traditionell die Fastenzeit an. Wobei dieses traditionell irgendwie ein bissal schon zum Schmunzeln anregt, denn ich kenne niemanden in meiner Familie oder Freundeskreis der wirklich fastet. Also, Suppen, Flüssigkeiten - finito.
Aber - dieser Gedanke der Reduktion hat mich sehr angesprochen. Vor allem ist es für mich ein guter Zeitpunkt um wieder wirklich bewusster zu essen. Durch meine Selbstständigkeit bin ich schon kurzeitig in Fast-Food-Essverhaltensweisen abgerutscht.
Seltsamer weise wird bei Essenseinladungen der Satz "tut mir leid ich esse kein Fleisch" mit dem Zusatz "es ist Fastzeit" viel eher akzeptiert als ohne.

Von diesen 40 Tagen ist bereits fast eine Woche rum und ich muss sagen, ich halt mich ganz gut. Kein Fleisch. Viel Gemüse, Obst, und meine einzigen Süßkeiten sind Biokompott in Soyajoghurt sowie mein Müsli in der Früh. Aja und Vollkornkekse. Ich sollte wohl gar nicht erzählen, was ich da vorher so gemampft habe.
Gestern gabs aber gleich einen Streitpunkt - naja, der zweite. Mein Mann meint Kompott wäre ja viel zu süß. Hat er nicht unrecht. Aber Kompott basiert auf Obst und ist daher meiner Meinung nach nicht gleich zu setzen mit einem Schokopudding oder ähnlichem. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich meinem Mann die Wette abgejuckst habe, dass wenn ich die 40 Tage schaffe, er aufhören muss zu rauchen. Die Wette ist er vermutlich auch nur eingegangen weil er sich sicher ist, dass ich 40 Tage ohne Süßigkeiten nicht schaffe. Ich hab mein Angebot dann angepasst und verlangt, dass er wenigstens 40 Tage nicht mehr raucht und wenn sie ihm dann wirklich noch schmecken, kann er sich danach wieder eine Zigarette anzünden.
Was ich eigentlich noch ansprechen wollte waren die Mohnnudeln, der zweite Streitpunkt. Die wollt er mir auch nicht durchgehen lassen. Hmm. Ja gut, die seh ich vielleicht noch ein - wobei die bestehen hauptsächlich aus Germteig. Einzig die Mohn-Zucker-Mischung macht sie süß. Ja, das klingt jetzt alles nach ein bissal selbstbelügen.
Vielleicht liegts an der Eingewöhnungsphase? ;-)

Was ich aber durchaus sagen kann ist, dass es nicht leicht ist vegetarisch zu essen in einem Restaurant/Gasthaus. Wir waren am Wochenende zu Mittag aus und auf der Speisekarte fanden sich nur Fleischgerichte. Ausschließlich. Ich hab dann Fisch gewählt. Und ja, für mich ist Fisch auch ein Tier also zählt es nicht wirklich wenn man sagt, man ernährt sich fleischlos und dann isst man aber Fisch. Das ist für mich nicht ganz logisch, aber ich nehm den Fisch wenns sonst nicht anders geht.

Als ich heute mal unterwegs war und dann plötzlich hinter einem Traktor mit offenem Anhänger fuhr, wurde mir bewusst, dass ich mich in gewisser weise besser fühle, im Sinne von richtig. Also, die Tierhaltung und Schlachtung unserer Kühe, Schafe, etc. liegt mir seit Langem etwas schwer im Magen, und als ich da so die Kuh in dem kleinen Transporter sah - natürlich weiß ich nicht sicher, ob sie zum Schlachter gebracht wurde - da wurde mir klar, dass diese Lebensweise sich besser mit meiner Einstellung vereinbart. Dass ich mich so authentischer fühle. Wie kann man sich nämlich sonst über die Umstände bei der Schlachtung oder die armen Viecherl aufregen aber sie trotzdem essen? Nein, das wäre irgendwie nicht richtig. Und wenn man sie isst, dann sollte man nämlich dabei zusehen können wie das Fleisch das wir sonst anonym im Supermarkt kaufen wirklich auf unserem Teller landet.

Mahlzeit!



Sonntag, 23. Dezember 2012

Melanie Eichenauer Photography

Neue Homepage ... im Enstehen.
Neuer Blog ... arbeite daran - vorerst gibts alle fotografischen Infos hier: FOTO BLOG

Like it?
Follow on Facebook

Mehr Infos und alles weitere kommte ebenfalls, doch nun heißt es vorerst:

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch :-)

Sonntag, 26. August 2012

Der Herbst naht

(C) Melanie Eichenauer, 2012.

Ich lebe noch... irgendwie ;-)
Viel war los.
Viel ist los.

Das Bild ist auch schon wieder lange her. Ich glaub, das war Ende April. Meine Cousine Helena war hier mein Model. So lange ist das schon wieder aus.
Und schon ist der Sommer wieder fast vorbei. Die Blätter verfärben sich, heute ist es auch (endlich) etwas kühler. Der Wind tobt. Dunkle Wolken ziehen vorbei. Ach, wie ich diese mystischen Stimmungen liebe.

Bald tut sich hier auch wieder was - denn bald gibt es Neuigkeiten. Große Neuigkeiten. Große Erneuerungen. Vieles ändert sich.

Mit diesen geheimnisvollen Andeutungen verabschiede ich mich in den Sonntagabend.

Montag, 18. Juni 2012

Buchtipp: Der Geschmack von Apfelkernen



Der Geschmack von Apfelkernen

von Katharina Hagena


So, eigentlich wollte ich ja noch andere Bücher vorstellen und das hier war überhaupt nicht "geplant" aber da ich es nun schon zum zweiten mal mit einem großen Seufzer ausgelesen habe, muss ich hier mal drüber schreiben.

Kurzbeschreibung von amazon.de:

"Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Groß­mutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen - bewegend, herrlich komisch und klug. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon."

Dieser Text, wenn auch doch nicht ganz so "kurz", bringt es schon ziemlich auf den Punkt worum es geht. Für mich ist es aber auch vor allem ein sehr romantisches Buch - wobei ich doch immer dachte, dass diese Eigenschaft genau nicht auf mich zutreffe. Aber anscheinend ist es ganz anders - anscheinend bin ich durch und durch romantisch, nostalgisch und dramatisch.

Romantisch nicht in diesem kitschigen "ich liebe dich auf immer und ewig nur dich und du allein"-Sinne, sondern eben gefühlvoll, poetisch, aber auch irgendwie ländlich. Keine Ahnung, ob das irgendwie auch nur ein wenig Sinn macht für jemanden der das vielleicht liest.

Die ganze Geschichte von Iris, der Erzählerin, macht in jedem Fall Sinn. Ein durch und durch gefühlvolle und vor allem authentische Geschichte. Das Buch ist purer Sommer, man spürt die Sonne auf der Haut, riecht den Duft von Äpfeln, hört die Grillen zirpen.
Es geht um erinnern und vergessen und um wieder entdecken und um entwickeln. Was sich vor allem entwickelt ist eine Liebesgeschichte zwischen Iris und Max, dem Anwalt und einem alten Jugendfreund. Man spürt das Kribbeln das beide wohl durchfahren muss, als sie sich ineinander verlieben. Nicht kitschig, nicht dramatisch, sondern ehrlich.

Einen dieser perfekt beschriebenen Momente möchte ich kurz erwähnen:
"Obwohl er schon halb aus der Tür war, drehte er sich langsam zu mir um, hob das Kissen auf, zupfte es zurecht und lehnte sich an den Türrahmen. Das Kissen im Arm stand er da und sagte ncihts, und plötzlich hatte ich am ganzen Körper Gänsehaut."

Nun geht es um so viel in diesem Buch, so viele Geschichten werden erzählt, so viele Erinnerungen kommen wieder hoch, da würde man meinen das Buch wäre ein dicker Wälzer aber genau das Gegenteil ist der Fall. 255 Seiten im Taschenbuchformat. Ziemlich dünn, ich frag mich immer noch wie so viel da rein passen kann und es geht auch nicht zu schnell. Obwohl Iris gerade mal eine Woche im Haus ihrer verstorbenen Großmutter verbringt, kommt das was sich zwischen ihr und Max entwickelt nicht plump oder überrumpelt rüber.

Also, nicht nur für laue Sommernächte eine perfekte Lektüre zum abtauchen und ganz und gar fühlen.

Dienstag, 29. Mai 2012

Web Tips

Zum Thema Landleben und nachhaltigem Leben, sowie Lebensmitteln generell hab ich in letzter Zeit viele interessante Webseiten gefunden. Auch einige sehr lesenswerte Blogs.

Hier gehts zu den tollen Seiten:

BLOGS

  • http://wachsenundwerden.blogspot.com/
  • http://dieimwaldlebt.myredlib.de/
  • http://www.hinterwäldler.info/
  • http://www.erdwissen.de/
  • http://issmehrsalat.de/
  • http://www.hobby-garten-blog.de/
  • http://experimentselbstversorgung.net/


INFORMATION

  • http://www.lebensmittelklarheit.de/
  • http://www.love-green.de/
  • http://www.zusatzstoffe-online.de/home/
  • http://www.reduse.org/de
  • http://www.utopia.de/
  • http://www.naturschauspiel.at/


SONSTIGES

  • http://www.jahreskreis.at

Wer Tipps für mich hat - immer nur her damit :-)

Montag, 28. Mai 2012

Unser Hochbeet

Hui, wie die Zeit vergeht. So schnell sind ein paar Tage rum ohne Posten.
Zum erzählen gäbs viel - ich fang mal an.

Vor ein paar Wochen haben wir ja ein improvisiertes Hochbeet gebaut. Ich hatte einige Pflanzen geschenkt bekommen und musste mir also was einfallen lassen. Wohin damit? Wohin mit den kleinen Paprikapflänzchen, dem Kopfsalat, Rucola, Tomaten und Blumen? Ein Hochbeet musste her. Aber wie auf die schnelle bevor mir die Pflänzchen eingingen weil sie mehr Platz brauchten?
Es war ein Wochenende als mein Mann und ich etwas gelangweilt auf dem Sofa rumlagen - was tun? Ich wollte raus. Er nicht so unbedingt. Habs dann doch irgendwie geschafft und wir haben anfangs nur mal darüber geredet was wir machen könnten wegen den Pflanzen - dann plötzlich folgten Taten. Tja, so ist das mit der Spontanität.

Hochbeet - die Erste


Gefunden haben wir eine alte Holzkiste, die war noch im Keller und nahm sowieso nur unnötig Platz weg. Sie wurde mal für ein Musikfestival gebaut, darin war damals irgendein technisches Gerät verbaut. Jetzt war die Kiste leer, alte Dekokieselsteine hatten wir auch nocht, die sinnlos rumlagen. Die bildeten die Grundlage. Löcher in den Boden gebohrt (hab ich selbst - stolzbin), mit Plastikplane ausgelegt, dann Steine rein und Pflanzenerde drauf. Die Kiste haben wir dann beim Teich auf alten Ziegelsteinen erhöht abgestellt. Das war ein Spaß - zwar anstrengend aber das nenn ich mal sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Es war aber klar, dass das nur eine Notlösung sein würde. Einige der Pflanzen hab ich dann auch einfach in größere Töpfe umgezogen, weil die Eisheiligen noch nicht vorbei waren.

Hochbeet - die Zweite


Das wiederum wusste ich aber nur, weil ich mir kurz zuvor ein Bio-Gartenbuch gekauft hatte. Darin hab ich einiges über Mischkultur gelernt. Es war aber klar, wir müßen da was richtiges bauen, was stabiles, das für länger sein soll. Von unseren Vermietern haben wir das Holz, Werkzeug und Kompost zur Verfügung gestellt bekommen und dann gings ans Eingemachte.
Mein Mann hat in der Hitze Holzpflöcke in den Boden geschlagen, Bretter dazwischen - allein das hat schon einen halben Tag gedauert. Am nächsten Tag haben wir dann Äste, Grünschnitt und Laub gesammelt. Mit der Schubkarre die Komposterde geholt und darauf dann die Pflanzenerde.

Mit Berücksichtigung auf gute Nachbarschaft hab ich dann die Pflanzen vorsichtig umgesiedelt, dann waren auch die Eisheiligen hinüber und die restlichen Pflanzen durften raus. Wir haben außer ein wenig Erde und Rindenmulch nichts gekauft. Größtenteils war alles vorhanden, das haben wir einfach sinnvoll wiederverwendet. Naja... ein paar Pflanzen mehr sinds dann noch geworden. Ich konnte ihren "Nimm mich noch mit"-Rufen einfach nicht widerstehen.

Ein stilles Paradies


Ein magischer Ort scheint das nun zu sein. Jeden Tag in der Früh und wenn ich vom Studio nachhause komme gehe ich hin. Könnte einfach nur dastehen und zuschauen. Viele Spinnen haben wir dort - im Haus brauch ich sie nicht, dort  draußen stören sie mich aber nicht. Spinnen sind ja immer ein Zeichen von guter Energie. Und es ist deren "Haus" also respektiere ich sie. Schmetterlinge kommen auch viele, und einige Libellen, noch kleine, die sicher bald wieder große Brummer werden. Es scheint als hätten wir dort ein kleines verstecktes Paradies geschaffen.

Tatataaa hier ist es:

Links steht noch die alte Holzkiste. Was man nicht sieht, da verdeckt durch die Blumenkisten vorne, sind die Ziegelsteine auf denen die Bretter liegen. Links das große Schild ist ein altes "Willkommenschild", rechts eine hölzerne "Windradblume" und dahinten ist ein Vogelhaus (ohne Futter, vielleicht mag ja jemand einziehen). In der Mitte ist ein Vintage "Gemüsegarten" Schild. Wer findet die Fee?
Hier wächst also:
Ganz links in der Kiste: Radieschen, Kopfsalat, Bienenweide (Blumenmischung)
Im Hochbeet: Radieschen, Kohlrabi, Kopfsalat, Dill, Basilikum, Rucola, Gurke, Paprika, Habanero
Unten in den Töpfen: Duftbrombeere (Blume), Zitronenmelisse, Bienenweide und in dem langen Blumenkasten sind noch weitere Blumen ausgesät.

Ein paar Erneuerungen gibts bereits. Ein Windspiel hängt jetzt noch (hatte ich auch noch bei meinem Krimskrams) und ein Topf mit den Hortensien.
Was man nicht sieht ein paar Meter weiter haben meine Nachbarin und ich ganz wild einfach Kartoffel die schon starke Triebe hatten in der Erde verbuddelt. Mit Ziegelsteinen haben wir das kleine "Beet" gekennzeichnet. Es hat funktioniert. Von den zwei Reihen blüht eine schon ganz aufgeregt. Dort wächst auch unsere Petersilie, sowie zwei Kürbissorten.

So, das Unwetter, während ich das hier geschrieben habe ist vorbei, ich muss gleich mal wieder raus und sehen wie es meinen "Kinderlein" geht. :-)
Noch einen schönen Feiertag, bis bald im kreativen Garten.

Montag, 14. Mai 2012

Einkaufsverhalten - bio und logisch

Seit ca. 6 Wochen ernähre ich mich hauptsächlich biologisch.
Mit Beginn April hab ich mir ein Budgetlimit gesetzt, wieviel ich für Essen diesen Monat ausgeben möchte. Ende des Monats lag ich sogar 50 Euro darunter. Wie geht sowas und vor allem wie geht das alles bio?

Ganz einfach - und man muss nicht mal auf die zweifelhaften Bioprodukte von Supermärkten oder Discountern zugreifen. Ich kaufe 2 mal in der Woche ein. Montags und Freitags. Alle Einkäufe sind geplant, das heißt ich weiß genau was ich kaufen möchte, hin und wieder landet natürlich dann ein Extrastück im Korb aber in der Endsumme macht das nicht viel aus.

 

Einkauf für eine Woche


Montags kaufe ich im Bioladen ein. Dieser "Biosupermarkt" führt außer der eigenen Marke (Ein Zusammenschluss aus mehreren bäuerlichen Biolieferanten) auch große Biomarken. Diese sogenannten großen Marken kaufe ich nur wenns unbedingt sein muss, denn auch hier bin ich sehr skeptisch. Nur weil die verwendeten Lebensmittel unter biologischen Umständen gedeihen durften, ist das Produkt noch lange nicht gesünder und umweltfreundlicher. Ich versuche so viel wie möglich Regionalprodukte zu kaufen. Zur jetztigen Zeit wo es noch nicht so viel regionales Gemüse gibt, kaufe ich dort im Laden auch keines. Fast alles ist importiert aus Italien, Argentinnen, etc. Das ist für mich auch nicht sehr vertretbar.
Was ich kaufe ist Brot, Mehlspeise, Wasser (gibt es nur dort in einer Glas-Pfandflasche), Säfte, Mehl, Gemüse aus Österreich (im Moment noch nicht so viel) eventuell Milch, Joghurt oder Topfen, Sojaprodukte (vieles ist noch in Plastik, was mich stört). Wobei ich versuche die Milchprodukte wirklich einzuschränken. Ich kaufe dann mal ein Glas Sauerrahm mit dem ich wirklich auch länger auskomme. Meist halten sich diese Produkte auch 3-4 Tage über die Mindestverbrauchsdauer.

Was mir dann noch fehlt bestelle ich online über ein Bio-Netswerk. Zumeist kaufe ich dort Gemüse (saisonales direkt aus der Region bezogen und nicht einfach "nur" Österreich), Aufstriche, Tofu, Eier (von seltenen alten Hühnerrassen, diese werden nicht geschlachtet), Katzenfutter (aus einer Bioschlachterei, wird gefroren und portioniert, spart somit auch den Dosenmüll), Nudel (auch regional hergestellt), Bratöl (kann man in der Pfandflasche selber nachfüllen) und diverses. Diese Bestellung hole ich dann freitags ab.
Somit merkt man schon, der ganze Einkauf für die Woche muss geplant werden. Anfangs ist das etwas anstrengend aber man gewöhnt sich schnell daran und es ist auch viel logischer. Außerdem bin ich viel experimentierfreudiger geworden was Reste-Essen betrifft. Da wird halt einfach das übrige Gemüse der Woche in eine Pfanne geworfen, selbstgemachtes Fladenbrötchen dazu, fertig ist ein lecker schneller Imbiss.

Ohne Fleisch gehts auch 

 

Ich esse mittlerweile sehr wenig Fleisch und kaufe selber gar keines mehr. Es ist jetzt nicht so, dass ich mir gesagt habe, ich werde Vegetarierin es ergibt sich einfach. Ich möchte kein Fleisch mehr essen bei dem ich nicht weiß woher es kommt. Aber es gehört ja noch viel mehr dazu - denn vor allem das Ende des Tierlebens finde ich, ist entscheidend. Da kann noch so oft bio drauf stehen - wenn das Tier unwürdig getötet wurde steht das genauso wenig dafür.

Hürden

 

Nun gibt es aber auch für mich viele Hürden. Und da meine ich gar nicht das Geld. Denn wie schon oben erwähnt, es ist durchaus leistbar. Mein Einkauf richtet sich aber im Moment noch mehr nach mir - ich bin aber verheiratet, dh. wir sind ein 2 Personen Haushalt. Ich bin der Meinung mein Mann könnte sich auch noch davon ernähren (von der Menge her) er ist aber was das Thema Ernährung, Umwelt, etc. betrifft noch sehr uninteressiert. Er will Fleisch - viel Fleisch. Er will Bier, Cola, Chips, Fertiggerichte. All diese Sachen esse ich nicht mehr und kaufe ich daher auch nicht mehr. Das heißt, wenn er sie will muss er sie selber kaufen. So gesehen geben wir gemeinsam vermutlich doch mehr Geld aus - würde er seine Ernährung umstellen, wären hier definitiv Einsparungen möglich. Er isst zwar wenn ich koche mein Essen auch, aber wie es zB bei der Radieschensuppe war - für ihn ist das dann eine Vorspeise, er hat danach noch Hunger, weil er es nicht mehr gewohnt ist in richtigen Mengen zu Essen.

Eine weitere Hürde ist das Mittagessen. Ich hab das Privileg meine Mittagspause bei meinen Eltern verbringen zu können und dort kann ich auch zu Mittag essen. Hier spare ich sicher auch eine Menge Geld. Biologisch und vor allem nachhaltig sind die Speisen aber nicht. Ich versuche zwar hin und wieder meine Mutter aufzuklären aber recht viel Interesse kommt mir hier nicht entgegen. Ich könnte jetzt zu ihr sagen "Ich esse das Fleisch nicht, weil ich nicht weiß woher" aber dieser Diskussion gehe ich im Moment noch aus dem Weg. Man will halt auch nicht undankbar sein....
Tja. Leicht ist es nicht.

Aber ich merke schon persönliche Erfolge. Ich esse so viel Gemüse wie noch nie (noch dazu habe ich jetzt mit dem eigenen Anbau begonnen) und ich fühl mich einfach besser. Diese Heißhungerattacken bleiben einfach aus.

Nie wieder Supermarkt?


Noch nicht ganz. Ein bißchen Katzenfutter kaufe ich auch noch im Supermarkt, ich würde sagen Hälfte bio, die andere Hälfte (leider noch) industrielle Nahrung.
Geschirrspülmittel und Reiniger kaufe ich auch bereits über das Bionetswerk. Einzig das Toilettenpapier kaufe ich noch im Supermarkt. Ich würde also sagen mein Einkauf im Supermarkt - 1 mal im Monat und maximal 10 Euro. Schön langsam beginne ich auch bei den Hygieneartikeln eine Umstellung einzuleiten. Aber ich möchte mich nicht drängen - ich lasse mir dabei Zeit. Diese ganze Umstellung ist ein Prozess. Und manche Prozesse dauern eben, dafür soll es dann aber für immer sein.

Vor allem möchte ich viel mehr selber machen. Wie gesagt, das erste Gemüse ist schon angebaut, auch mit diversen alten Rezepten wie Wipferlsirup probiere ich schon rum. Ich möchte mehr Richtung Selbstversorgung, so gut es eben geht neben einem Fulltime job.


Wer sich für das Thema interessiert kann ich folgende Literatur empfehlen:
Arm aber bio von Rosa Wolff
Der große Bio Schmäh von Clemens G. Arvay
Die Ernährungsdiktatur von Tanja Busse

Die letzten beiden Bücher werde ich demnächst hier ausführlicher vorstellen.

Hier gehts zum Bioladen und hier zum Bio-Netswerk.

Wer wirklich wissen will was in konventioneller Ware so drinnen ist, sollte mal genauer hinsehen und sich Zeit für diese Website nehme: www.abgespeist.de
Spätestens dann ist nichts mehr wie vorher....